[aus Archiv KW 38 vom 16.09.2009]

Ein braver Mann ist tot. Dominik Brunner wurde von einem 17 Jährigen und einem 18 Jährigen tot getreten, weil er sich ihnen in den Weg gestellt hatte. Die beiden Erpresser wollten nicht hinnehmen, dass Herr Brunner sie daran gehindert hatte, im öffentlichen Raum einer S-Bahn vor seinen Augen vier 13-15 Jährigen mit Gewalt Geld abzupressen. Dominik Brunner stellte sich schützend vor die Kinder. Die Rache der Mörder auf dem Bahnsteig war fürchterlich. Sie sollte es auch sein. Keiner hindert uns und wer uns hindert, den treten wir tot. Klarer kann die Botschaft aus dem Niemandsland jenseits unserer Zivilisation nicht sein.


Die Antwort aus der Zivilisation muss ebenso entschieden bis in die entfernteste Winkel des Niemandslandes dringen: keine Gewalt gegen niemand. Für diese unmissverständliche Haltung ist Dominik Brunner gestorben. Dabei hatte der 50jährige Manager wie aus dem Lehrbuch der Zivilcourage gehandelt. Im Zug stellte er sich schützend zwischen die Erpresser und die Erpressten, rief von dort die Polizei zu der Station, an der er mit den Kindern zusammen aussteigen wollte. Womit er nicht gerechnet hatte war die barbarische Brutalität, mit der seine Mörder ihn in den 3 Minuten zwischen Aussteigen und Eintreffen der Polizei auf dem Bahnsteig töten würden.

Durch ihn sind wir auf den Plan gerufen. Zivilcourage braucht unsere Schwarm-Intelligenz, damit kein einziger mutiger Mensch mehr auf der Strecke bleibt. - Arno Tilsner
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