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[aus Archiv KW 03 vom 14.01.2009]

In dieser Woche vor 56 Jahren...

... beschloss die Stadt die Pläne für das neue Theater.

Vor dem Krieg war das Stadttheater im Adelshof der Familie Romberg. Deren berühmtester Sproß Gisbert wurde als »toller Bomberg« berüchtigt. Im alten Theater startete Theo Lingen seine Karriere als Komiker, bevor er in Berlin Berthold Brecht die Frau ausspannte...

Die Bomben ließ vom Theater nur noch die Fassade übrig. Ein neuer Bau musste her. Münsters städtischer Oberbaurat griff selbst zum Lineal und entwarf einen Plan, der aber nicht verwirklicht wurde. 1952 schrieb die Stadt einen Wettbewerb aus, an dem sich sogar der Bühnenbildner des Theaters als Hobbyarchitekt beteiligte. Auch Baurat Scharf reichte seinen alten Plan mit einer Längsachse entlang der Voßgasse wieder ein. Der Rat konnte sich jedoch auf keinen Entwurf einigen.

Also wurde die Frist für die Einsendung verlängert. Am 16.1. 1953 erteilte die Stadt dem Plan des Architektenteams Deilmann, von Hausen, Rave und Ruhnau den Zuschlag. Die Fachwelt war begeistert – Münster entsetzt!

Während der Architekt des New Yorker UN-Gebäudes den futuristischen Bau als »das schönste Theater der Welt« lobte, fanden viele Münsteraner das Objekt »total Picasso!«
Der Name Picasso galt den Westfalen als Synonym für das Abstrakte schlechthin, sodass er gleichzeitig als passendes Adjektiv dienen konnte. Klar, dass die Stahlskulptur an der Seite im Volks-mund den Namen »Picasso-Blitz« verpasst bekam.

Immerhin hat Münster mit dem Bau gezeigt, dass es beides kann: Prinzipalmarkt & Pinkus – und »Picasso«...

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