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[aus Archiv KW 04 vom 21.01.2009]

In dieser Woche vor 473 Jahren...

... wurden die Wiedertäufer hingerichtet.

Nachdem die Truppen des Bischofs durch Kreuztor und Jüdefelder Straße die Stadt einnahmen und von den Wiedertäufern zurückeroberten, ereilte die Täuferprominenz das Strafgericht.

Geschnappt wurden Täuferkönig Jan van Leyden und »Schwerthalter« Bernd Knipperdolling (dessen Nachname übrigens »Kleiner Furz« bedeutet). Da Kanzler Heinrich Krechting entkam, hielt man sich an seinen Bruder Bernd.

Das Urteil lautete: »Ihnen soll alles Fleisch mit glühenden Zangen von den Knochen abgerissen und dann Gurgel und Herz mit glühenden Eisen durchstoßen werden.« Prost Mahlzeit! Am 22. Januar 1536 wurden sie vor dem Rathaus auf ein Holzpodest geführt und
an Pfähle gebunden. Bischof Waldeck sah von gegenüber genüsslich zu. Vier Stunden dauerte die Folter!

Während Leyden sich jeden Schmerzensschrei eisern verbiss, versuchte Knipperdolling, sich angesichts der glüh-enden Zangen an seinem Halseisen zu erdrosseln, wurde aber brutal daran gehindert.

Endlich erlöste man die Täufer durch Dolchstöße und zog ihre Körper in den bekannten Käfigen am Lambertikirchturm hoch. Leyden in der Mitte, Knipperdolling links, Krechting rechts. Noch nach 50 Jahren sollen letzte Fetzen zu sehen gewesen sein. Die Folterzangen wurden am Rathaus angebracht (und sind heute im Stadtmuseum). Damit war die Bewegung aber noch nicht ausgelöscht. Noch zwei Jahre später kam es in Greven zu einer Täuferversammlung mit immerhin hundert Teilnehmern.

Kanzler Krechting schaffte es nach Ostfriesland, wurde Kirchenvorstand und lebte noch bis 1580...

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