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[aus Archiv KW 07 vom 11.02.2009]

In dieser Woche vor 52 Jahren...

... bekam Münsters Polizei ihre erste Funkstreife.


Vor dem 7. Februar 1956 mussten Münsters Polizisten auf Streife zum nächsten Telefon laufen, um mit der Leitstelle zu kommunizieren. Damit waren sie vor allem den fliegenden Händlern des Schwarzmarktes hoffnungslos unterlegen.

Der Schwarzmarkt für Lebensmittel, Zigaretten, Schnaps und Luxusgüter aus der Vorkriegszeit blühte dank des Nachkriegsmangels prächtig. Pelzmäntel, Schinken, amerikanische Lucky Strikes oder westfälischer Korn: Alles, was knapp war, erzielte utopische Preise.

Die Zentrale für die verbotenen Geschäfte war eine finstere Ruine gegenüber vom Hauptbahn hof, dort wo heute das Hotel Conti steht. Bei einer Razzia wurden auf einen Schlag 900 Verdächtige verhaftet und 120 Kilo Speck entdeckt. Ein Polizeibeamter flog allerdings selbst auf, als er beschlagnahmte Zigaretten mit nettem Gewinn weiterverkaufte. Erst die Währungsreform machte den Schwarzmarkt uninteressant.

Dafür bekam Münsters Polizei ab jetzt mit Metalldieben zu tun, die ganze Straßenlaternen absägten. Innerhalb eines Jahres legte die Funkstreife im Stadtgebiet zweihunderttausend Kilometer zurück.

Mit Beginn der Wirtschaftswunderzeit wurde es auch für Münsters Polizisten wieder ruhiger. Abgesehen von einem typischen Delikt: Schon 1959 alarmiert die Lokalpresse: »In nur
einer Woche 200 Fahrräder gestohlen!« Damit lag Münster schon damals weit über dem Bundesdurchschnitt.

Seitdem funkt Münsters Polizei immer noch mit dieser Technik und wartet seit Jahren darauf, dass die Landespolitiker die Einführung des Digitalfunks umsetzen.

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