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[aus Archiv KW 21 vom 20.05.2009]

In dieser Woche vor 51 Jahren...

Foto von Carsten Krystofiak ... protestierte Ulrike Meinhof in Münster

Für 80 DM Studiengebühr studierte Ulrike Meinhof Ende der 1950er an der Uni Münster im sechsten Semester Philosophie. Sie wohnte an der Steinfurter Straße 36 und war Mitglied im AStA. Außerdem engagierte sie sich als Sprecherin im münsterschen »Anti-Atomtod-Ausschuss«. Dieser veranstaltete 1958 auf dem Domplatz eine Demo gegen Nuklearrüstung, bei der Meinhof als Rednerin auftrat.

Im Jahr darauf verließ sie Münster, wurde in Berlin Mitarbeiterin der linken Theoriezeitschrift »konkret« und heiratete den Herausgeber. In Berlin beteiligte sie sich an der gewaltsamen Befreiung des Terroristen Andreas Baader, bei der sie einen Unbeteiligten über den Haufen schoss. Meinhof rechtfertigte das so: »Der Typ in Uniform ist ein Schwein und kein Mensch. Darum ist es falsch, mit dem zu reden. Es kann geschossen werden!« Mit dieser höheren Moral ging sie daran, die Gesellschaft von der Gewalt des  »faschistischen« Staates zu befreien...

Dazu gründete sie mit Baader die RAF, in der Presse lange auch als »Baader-Meinhof-Bande« bezeichnet. Obwohl sie alles tat, um Baader zu imponieren, interessierte der sich nur für Meinhofs Rivalin Gudrun Ensslin, die einfach besser aussah und Meinhof nach Kräften mobbte.
Nachdem sie eine Blutspur durchs Land gezogen hatte, starb Meinhof 1976 in Haft.

Im letzten Jahr tauchte sie in Gestalt der Schauspielerin Martina Gedeck auf der Leinwand wieder auf, als »Der Baader-Meinhof-Komplex« ins Kino kam. Die schärfste Kritikerin aller RAF-Sympathisanten ist Meinhofs Tochter Bettina Röhl, der ihre Terror-Mutter gründlich die Kindheit versaut hat.


In Münster protestierte Ulrike Meinhof noch gewaltfrei, bevor sie eine Blutspur durchs Land zog. Bei ihrem Andreas hatte sie trotzdem kein Glück.


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