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[aus Archiv KW 25 vom 17.06.2009]

In dieser Woche vor 67 Jahren...

... wurde »Schmidt-Münster« beseitigt.

Die Nazis trieben Millionen Menschen in den Tod - und sich manchmal gegenseitig. 1942 erwischte es Fritz Schmidt aus Münster. Schmidt war Generalkommissar für die besetzten Niederlande, wo er mit dem holländischen Faschistenführer Mussert zusammenarbeitete. Dabei geriet Schmidt zwischen die Fronten eines Kompetenz-Kleinkrieges zwischen SS-Himmler und Hitlers mächtigem Allzwecksekretär Bormann. Der setzte im Sinne Musserts in Holland auf  Kollaboration; die SS bestand auf einer harten Besatzung.

Himmler drohte, er werde dem nach seiner Heimatstadt »Schmidt-Münster« genannten Parteibeauftragten »schon das Leben schwer machen«. Mitte Juni wurde Schmidt-Münster nach Berlin gerufen und klagte dort, er fühle sich verfolgt und erwarte »ein Vorgehen gegen sich«.

Danach reiste er mit dem Zug nach Frankreich, um einer Gruppe Nazibonzen den Atlantikwall zu zeigen. Auf der Rückfahrt fiel er bei Chartes aus dem Fenster seines Schlafwagenabteils. Der Reiseleiter telegraphierte nach Berlin, Schmidt-Münster sei »im Zustand nervöser Überreiztheit
und Verfolgungswahn aus dem Fenster gesprungen. Die Blutspuren an der Außenwand des Waggons wurden diskret entfernt...

Bormann ließ offiziell verkünden, Schmidt sei verunglückt und verschloss dessen Akten in seinem Panzerschrank. Obwohl  Schmidt für Bormann nur ein Bauernopfer war, spendierte dieser ein kleines Staatsbegräbnis in Münster. Den Reportern des Münsterschen Anzeigers war der mächtige Mann in Hitlers Hintergrund so unbekannt, dass sie sogar seinen Namen falsch schrieben: »Bohrmann«...

Himmler (rechts) läuft sich schon mal warm,
um seinen Konkurrenten »Schmidt-Münster« um die Ecke zu bringen...


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