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[aus Archiv KW 26 vom 24.06.2009]

In dieser Woche vor 374 Jahren...

...wurde Münsters letzte »Hexe« verbrannt.

Das Münsterland war ein Zentrum der Hexenverfolgung des Mittelalters. In Münster selbst wurden zwischen 1550 und 1650 jedoch »nur« etwa 30 Menschen Opfer des Wahns. Diese Mäßigung lag daran, dass die Justiz in Münster nicht der Geistlichkeit oblag, sondern dem weltlichen Stadtrat.

1635 erwischte es die Magd Greta Bünichmann, gebürtig aus Altenroxel (ihr Alter ist nicht dokumentiert). Sie wurde wegen Schadenzaubers bei ihrem Dienstehepaar Grotenhoff angezeigt, u.a. habe sie 29 Pferde verhext. Ihr Einwand, sie habe den Grotenhoffs viel Geld geliehen, das diese nicht zurückzahlen wollten, wurde nicht weiter verfolgt.

Stattdessen ordnete das Gericht die Folter an. Danach gestand die Magd, auf einem Ziegenbock zu einem Hexensabbat am Hohen Heckenweg geritten zu sein und mit einer Kerze im Hintern dem Teufel als Leuchter gedient zu haben. Am nächsten Tag widerrief sie ihr Geständnis und erklärte, die Frau des Folterknechts habe ihr diese Geschichte vorgesagt und zum Geständnis geraten. Darauf wurde sie erneut gefoltert.

Die Folterungen fanden im Niesingturm statt (heute Engelenschanze). Nach der zweiten Misshandlung gestand sie wiederum und wurde am 23. Juni zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Immerhin gestand man ihr »wegen gespürter Reue« die Gnade zu, vor dem Verbrennen enthauptet zu werden. Das Urteil wurde am selben Tag in der Nähe der heutigen Schule für Musik vollstreckt.

1994 wurde eine Straße am Guten Hirten (Mauritz) nach Greta Bünichmann benannt. Einige Anwohner protestierten, sie wollten nicht in einer Straße wohnen, die nach »einer mutmaßlichen Kapitalverbrecherin« heißt... Lange fehlte die Erklärungstafel am Straßenschild.


Münsters Folterknecht hatte geregelte Arbeitszeiten: Wochentags von 5 bis 7 Uhr. Praktisch: Seine Frau bot professionelle Wundversorgung an.

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