[aus Archiv KW 27 vom 01.07.2009]
In dieser Woche vor 57 Jahren...
...wurde Preußen Münster Deutscher Vizemeister.Münsters Fußballfans standen Kopf: Preußen Münster war im Finale der Deutschen Meisterschaft! Vor über hunderttausend Zuschauern im Berliner Olympiastadion kickten die Münsteraner gegen den 1. FC Kaiserslautern von Fritz Walter. Zuhause verfolgte man das Spiel in Kneipen oder Radiogeschäften, sozusagen als »Public Listening-Event« – Fernsehgeräte zogen erst viel später in die Haushalte ein. Preußenstürmer »Fiffi« Gerritzen (gest. 2007) gelang ein Tor gegen die Pfälzer. Gerritzen gehörte zum »100.000-Mark-Sturm«, den der SCP erst ein Jahr zuvor eingekauft hatte. Doch die Investition zahlte sich nicht aus: Am Ende verloren die Adler 2:1. Die Münsteraner bereiteten den Vizemeistern dennoch einen triumphalen Empfang und auch der Sportkommentar in den Westfälischen Nachrichten fiel sehr gnädig aus.
Als 12 Jahre später die Bundesliga gegründet wurde, mischten die Preußen auch mit. Bei der ersten Begegnung mit dem HSV schlug sich die Mannschaft an der Hammer Straße noch passabel, doch am Ende der Saison war der Abstieg nicht mehr abzuwenden. Dieser dauert bis heute an – abgesehen von einigen, allerdings spektakulären, Strohfeuern wie dem Doppelsieg über Schalke 04.

Dabei brachten die Preußen westfälischen Fußball bis nach Südamerika: Anfang der Sechziger spielten die Adler als Trainingsgegner des WM-Ausrichters Chile sogar gegen Argentinien. Aber das ist alles sehr lange her. Seitdem fragen sich die Münsteraner: Liegt‘s am Fußball – oder am ewig maroden Trümmerstadion?
1992 erschien diese Single mit einer Preußenhymne im Bossa-Rhythmus.
Text: Münnig/Krystofiak/Zimmermann; Gesang: Götz Alsmann.
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