[aus Archiv KW 29 vom 14.07.2009]
In dieser Woche vor 69 Jahren
...fielen die ersten Bomben auf Münster.Er wolle »Meier heißen und einen Besen fressen«, wenn jemals ein feindliches Flugzeug über Deutschland auftauchen sollte, posaunte Luftwaffenchef Göring bei Ausbruch des II. Weltkriegs. Und während deutsche Bomben auf fremde Städte fielen, blieb Münsters Himmel zunächst ruhig. Die Schutzgräben, die man auf dem Domplatz ausgehoben hatte, schienen ganz umsonst zu sein. Die Kinder warfen von einem Gerüst Zündplättchen auf einen Stadtplan von London - pro Wurf 5 Pfennig.
Der erste nächtliche Angriff kam überraschend: Sechs Bomben zerstörten ein Lagerhaus am Hansaring. Zu den Trümmern pilgerten tausende Schaulustige - die ersten Bombenschäden in Westdeutschland galten als Sensation. Doch wenige Tage später brannte Münsters Hafen...
Der Kanalübergang bei Gelmer bekam einen Volltreffer und die Wassermassen des Kanals überfluteten das Umland. Hansaviertel, Martiniviertel, Kuhviertel, Südviertel - ein Stadtteil nach dem anderen wurde durch Spreng- und Brandbomben pulverisiert. Ab 1943 wurden sämtliche Schulkinder nach Oberbayern evakuiert, weil die Bomber nun auch tagsüber kamen. Am Nachmittag des 10. Oktober fielen in 90 Minuten über 20.000 Bomben und Phosphorkanister. Einsatzziel für die Bomberstaffeln: »Die Stufen des Doms!«

Im letzten Kriegsjahr fielen noch einmal soviele Bomben auf Münster, wie seit Kriegsausbruch insgesamt. Doch diese pflügten den Schutt nur noch einmal durch. Innerhalb des Promenadenringes lebten bei Kriegsende noch 17 Familien.
20.000 Kubikmeter Holz und fünf Schiffe stehen nachts um halb zwei in Münsters Hafen in Flammen, die man bis über die Stadt hinaus sieht.
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P.S.: »Deutsch gut - Kopfrechnen schwach« - Ein netter na dann...-Leser aus Greven wies uns darauf hin, dass es nicht schon 42 Jahre her ist, seit Kunstbanausen versuchten, die »Billardkugeln« im Aasee zu versenken (wie in Heft 28/2009 stand), sondern erst 32. Immerhin ein ganzes Jahrzehnt. So genau nehmen wir's dann doch...