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[aus Archiv KW 35 vom 26.08.2009]

In dieser Woche vor 25 Jahren...

...gab es in Münster Kreuzberger Szenen.

Anders als in der Hamburger Hafenstraße oder Westberlin-Kreuzberg, kam es in Münster während der 1980er Jahre nur ein einziges Mal zu einer Straßenschlacht. Auslöser war ein Missverständnis am Telefon...

Münsters Punkband »Äni (x) Väx« wollte in Steffi Stephans Kneipe »Neuer Krug« (heute Rewe-Supermarkt) an der Weseler Straße, Ecke Koldering, auftreten. Der Veranstalter fragte: »Was macht ihr für Musik?« Der Sänger antwortete wahrheitsgemäß: »Punk«. Der Veranstalter verstand »Funk« und war begeistert. Am vereinbarten Termin kamen die Punks mit ihren Instrumenten ins Lokal; das Missverständnis war offensichtlich. Da sich schon etliche Punkfans eingefunden hatten, mochte man den Gig nicht mehr absagen und handelte einen Kurzauftritt aus. Aber der hatte es in sich!

Die Band verloste eine Verkehrspolizisten-Attrappe, die sie nachts zuvor gestohlen hatte.
Der Gewinner hatte ein Transportproblem mit seinem Preis, darum wurde der Pappkamerad mitten auf die Kreuzung gestellt und mittels Mofasprit angezündet. Es kam zu einem erheblichen Verkehrsstau, auch wegen vieler Schaulustiger. Die eintreffende Polizei erledigte ihren Job und spielte mit den Punks Fangen. Doch die spielten nicht fair und versuchten, ihre gefangenen Teammitglieder mit Gewalt zu befreien. Die Rangelei zog sich bis Mitternacht hin, dann war wieder Ruhe.

Aber Münster hatte ein Gesprächsthema, die Zeitung ihre Meldung und die Punkband ihre kostenlose PR (auf der Regionalseite!). Nur Steffi Stephan war sauer und erteilte den Musikern lebenslanges Auftrittsverbot in allen Discotheken, die ihm jemals gehören würden...


Dass ein Kneipenwirt am Telefon »Funk« statt »Punk« verstand,
sorgte für einen heißen Abend zwischen 50 Punks und 10 Streifenwagen.


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