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[aus Archiv KW 36 vom 02.09.2009]

In dieser Woche vor 44 Jahren...

...kam »dieser Mick Jäger« nach Münster.

Ende der Sixties hatten die Rolling Stones den Titel Bürgerschreck-Band Nr. 1 von den inzwischen braven Beatles geerbt. Auch Deutschlands Hippie-Kinder verlangten nach dem Soundtrack zum Generationenkonflikt, deshalb kamen die Stones nach Germany. Die erste Station auf deutschem Boden war ausgerechnet Münster!

Die BRAVO heizte die Erwartungen an (»Die härteste Band der Welt!«) und erklärte ihren Lesern: »Die Boys haben sich durch ihre Vorliebe für Negermusik kennengelernt.«
Der 22jährige Mick Jagger wurde in einer Staatskarosse vor der Halle Münsterland angeliefert. Drinnen warteten die Fans artig auf Stühlen. Die Band spielte mit einer Tonanlage, die jede Amateurgruppe heute empört ablehnen würde – jedesmal wenn die Mädchen im Saal kreischten, hörte man von den Stones keinen Ton mehr. Die Musiker spielten zwei Konzerte zu je nur acht Songs; erst nachmittags und dann abends nochmal dasselbe Programm. Die Eintrittskarten kosteten ab 6,- DM!

Die Westfälischen Nachrichten waren außer sich und warnten vor ernsten negativen Auswirkungen (»Heimsuchung!«). Die Redakteure waren nicht die einzigen, die sich Sorgen machten: Im Publikum saßen auch die Polizeichefs der übrigen Tourneestädte, um schon mal die Lage zu peilen und Strategien zu entwickeln. Ganz geklappt hat das nicht: In Westberlin zerlegten »halbstarke« Fans das Mobiliar der Waldbühne.

Hier blieb es dagegen weitgehend friedlich - jedenfalls in der Halle; nicht so aber in vielen Familien, in denen der Konzertbesuch Anlass handfester Krachs war. Manche/r wurde von den Eltern zuhause eingesperrt, um Mick Jagger nicht zu begegnen. Heute stellt der Oppa keine Gefahr mehr dar...


Wegen »Didi u. die ABC-Boys« wäre wohl kein Schwein gekommen –
die Jugend wollte »die härteste Band der Welt« sehen...



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