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[aus Archiv KW 37 vom 09.09.2009]

In dieser Woche vor 40 Jahren...

... kam die NPD nach Münster.
Im Bundestags-wahlkampf 1969 hielt auch die NPD in Münster eine Kundgebung auf dem Domplatz ab. Die Partei war sehr erfolgreich: Erst fünf Jahre zuvor gegründet, war ihr schon der Einzug in sieben (von damals elf) Landtagen geglückt. Um ihren scheinbar bevorstehenden Einzug in den Bundestag zu verhindern, wollten CDU-Politiker das deutsche Verhältniswahlrecht in ein Mehrheitswahlrecht ändern, was die SPD aber ablehnte.
Damals gab es noch keinen staatlich konfektionierten »Kampf gegen Rechts« durch linke Lehrer, trotzdem waren 6.000 überwiegend junge Gegendemonstranten aufmarschiert. Der NPD-Vorsitzende Adolf von Thadden sprach ziemlich einsam auf dem Domplatz. Seine Rede war wegen des Demo-Lärms nicht zu verstehen.
700 Polizisten reichten, um die NPD-Gegner vom mickrigen Häufchen der Anhänger zu trennen. Teilweise kam es dabei zu Rangeleien, welche Münsters Polizei mit dem Wasserschlauch beantwortete. Dabei kam ein gewöhnlicher Feuerwehrschlauch zum Einsatz; Wasserwerfer waren noch nicht verbreitet. Die primitive Technik verursachte eine ziemliche Planscherei, bei der die Polizisten genauso nass wurden wie die Demonstranten.
Anschließend zerstreute sich die Menge. Ein harter Kern suchte aber noch Krawall und begann, den Verkehr vor dem Bahnhof lahmzulegen. Das rief wiederum die Polizei auf den Plan, die nochmals den Schlauch ausrollen musste.

Bei der Bundestagswahl eine Woche später, bekam auch die NPD eine kalte Dusche: Sie scheiterte an der 5 %-Hürde. Zwei Jahre später war sie in keinem einzigen Landesparlament mehr vertreten.

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Einsam auf verlorenem Posten: Der NPD-Chef. Im Vordergrund: Der Feuerwehrschlauch,  Vorläufer des Wasserwerfers.