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[aus Archiv KW 43 vom 21.10.2009]

In dieser Woche vor 104 Jahren...

...trat Wilhelm Sambo den Husaren bei.

Elo Sambo wurde in Kamerun geboren. Ein deutscher Offizier nahm den Waisen mit nach Potsdam. Kaiser Wilhelm II. übernahm seine Patenschaft, darum bekam er einen neuen Zweitnamen: Wilhelm. Mit zehn Jahren trat Wilhelm Sambo ins preußische Militär ein und wurde zum Kesselpaukist ausgebildet. Im I. Weltkrieg kämpfte er in Palästina gegen die Engländer.

Nach Ende seiner Dienstzeit 1923 wurde er zunächst Fremdenführer in Schloss Sanssouci. Dann erinnerte er sich an einen Militärkameraden, der in Münster ein gutgehendes Café betrieb: Albin Middendorf. Dieser holte Sambo an die Aa und gab ihm eine Anstellung als Kaffeekoch in seinem Nobelrestaurant Midy auf dem Prinzipalmarkt. Auch diese Aufgabe füllte Sambo mit seiner verinnerlichten preußischen Korrektheit  aus.

Bei den Münsteranern war der »Migrant« ausgesprochen beliebt: Bei den Damen wegen seiner »schönen weißen Zähne« wie manche Quellen berichten; den Herren imponierte, dass ihn der Sohn seines Patenonkels, Hohenzollern-Kronprinz Eitel Friedrich persönlich in Middendorfs Café besuchen kam. Schließlich wurde Sambo sogar in Öl porträtiert. Natürlich in Husarenpose hoch zu Ross, so wie er den Trompetern stets vorausgeritten war. Das Bild hing im Romberg-Saal des Cafés Midy.

Dann verliebte sich der dunkle Kaffeekoch in eine Rheinländerin und zog nach Köln. Dort wurde er ebenfalls schnell zur lokalen Berühmtheit, weil er prominentes Mitglied des Traditionskarnevalsvereins Blaue Funken wurde. Bis 1933 schlug er bei vielen Festen und Feiern seine Kesselpauke. Im selben Jahr starb er.


Beispiel für gelungene Integration: Wilhelm Sambo mit afrikanischem Migrationshintergrund nach bestandener Ausbildung zum Husaren-Kesselpaukist.