[aus Archiv KW 45 vom 03.11.2009]
In dieser Woche vor 45 Jahren...
...feierte Münster seine Olympiasieger.Großer Bahnhof auf dem Balkon des Stadtweinhauses: Ein vor Stolz platzender Oberbürgermeister Busso Peus gratuliert vor hunderten begeisterter Münsteraner den beiden einheimischen Medaillengewinnern der Olympischen Spiele in Tokyo.
Der Telgter Sportlehrer Harald Norpoth war 5.000 Meter in 13:44 Min. gelaufen und hatte dafür die Silbermedaille bekommen. Zwei Jahre später gelang ihm der Weltrekord über zweitausend Meter.
Auch die Sportkarriere von Reiner Klimke ging nun erst richtig los. In Japan hatte er auf seinem Pferd »Dux« die Goldmedaille der Mannschaftsreiter errungen. Dabei hatte Klimke eigentlich anderes zu tun: Er betrieb als Dr. jur. eine Anwaltskanzlei und mischte als CDU-Mitglied in der Lokalpolitik mit. Nebenbei fand er aber noch Zeit, um weitere sechs Gold- und zwei Bronzemedaillen bei Olympischen Spielen zu holen, sowie elfmal (!) Europameister und »nur« sechsmal Weltmeister zu werden. Die sieben Deutschen Meisterschaften fallen daneben kaum noch ins Gewicht. Eine Funktionärskarriere wurde ihm jedoch verwehrt, weil sich seine westfälische Mentalität als Aufstiegsbremse erwies.

Entscheidenden Anteil an Klimkes Verdienst hatte sein Pferd Ahlerich. »Mehr als 50 %«, wie Klimke selbst meinte. Für das Pferd hatte er bei einer Auktion in Warendorf den Rekordpreis von 42.000 DM bezahlt. Trotz der sportlichen Höchstleistungen wurde der Wallach erstaunliche 21 Jahre alt. Klimke wurde 63. Noch bis zu seinem Tod plante er ein überraschendes
Comeback bei den Olympischen Sommerspielen in Sydney im Jahr 2000. Ein Jahr vorher starb er an einem Herzinfarkt.
Für min. 51 % Anteil an einem Haufen Goldmedaillen gibt‘s immerhin eine eigene Action-Figur in kunsthandwerklicher Qualität: Modell Ahlerich.
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